Zum Tag der Erneuerbaren Energie am 26.April 2026 unterstreicht der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) das enorme Potenzial heimischer, sicherer und leistbarer sauberer Energie, mit dem Österreich sich selbst versorgen kann. Auch die am Dienstag veröffentlichte Studie des Austrian Institute of Technology (AIT) belegt, dass die fast vollständige Versorgung mit erneuerbarer Energie bis 2040 technisch möglich ist. Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann Österreich seine Abhängigkeit von fossilen Importen schon in den nächsten Jahren deutlich reduzieren und sich langfristig stabil und unabhängig versorgen.
Experten-Check zum Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz: Zu viel Bremse, zu wenig heimische Energie gegen Gaskrise und geopolitische Abhängigkeit
In Kooperation mit Expert:innen für Energierecht identifizierte der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) wesentliche Hemmnisse für einen schnelleren Ausbau durch das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes, kurz EABG:
Die gesetzlichen Zielvorgaben für die Bundesländer beim Ausbau von Photovoltaik und Windkraft sind zu gering, um den steigenden Strombedarf zu decken.
Außerdem läuft das Gesetzesvorhaben in seiner jetzigen Form ins Leere, solange Bundesländer keine passenden Beschleunigungsgebiete ausweisen.
Bei der Wasserkraft versäumt die Regierung, von ihrer eigenen Ausweisungskompetenz Gebrauch zu machen.
Wesentliche Schwachstellen in der aktuellen Regierungsvorlage könnten den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energie sogar behindern.
„Die Regierung will beschleunigen und tritt zugleich auf die Bremse beim Ausbau erneuerbarer Energie! Noch immer wird der steigende österreichische Strombedarf in der Regierungsvorlage ignoriert. Doch wenn das Gesetz den Ausbau beschleunigen will, muss es höhere Vorgaben machen. Alles andere ist Beschleunigung bei angezogener Handbremse“, so Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des EEÖ.
Ohne die Beschleunigungsgebiete der Bundesländer läuft das EABG ins Leere
Eine weitere „angezogene Handbremse“ in der Regierungsvorlage zum EABG: Solange die Bundesländer passende Beschleunigungsgebiete für den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik schuldig blieben, könnten wichtige Beschleunigungsmechanismen des EABG gar nicht wirksam werden. Dennoch sieht Dr. Tatjana Katalan von Dorda Rechtsanwälte auch den Bund in der Verantwortung: „Beschleunigungsgebiete sind der zentrale Hebel der RED III für die Energiewende. Die Umsetzung liegt bei den Bundesländern – doch es wird am Bund liegen, ausreichend sicherzustellen, dass die notwendigen Ausweisungen vorgenommen und Minderungsmaßnahmen so festgeschrieben werden, dass eine beschleunigte Projektumsetzung auch tatsächlich möglich ist.“
Für Strom aus Wasserkraft könnte die Regierung sogar selbständig Beschleunigungsgebiete festlegen. Doch sieht sie derzeit nichts im EABG dazu vor. „Statt bei der Wasserkraft zu beschleunigen, wird weiter gebremst. So wie Versorgungssicherheit und Energieunabängikeit wird damit auch die weitere ökologische Aufwertung der heimischen Gewässer gefährdet.“, moniert Paul Ablinger, Geschäftsführer der Kleinwasserkraft Österreich.
Wichtige Projekte stehen auch mit EABG auf der Stelle
Energierechtsexperte Mag. Christoph Jirak von der Kanzlei Schönherr sieht im EABG Ansätze für einen schnelleren Ausbau durch die vorgesehene Verfahrenskonzentration und verbesserte Genehmigungsvoraussetzungen. Sie seien als Vorbild für ein einheitliches Anlagenrecht geeignet.
Doch könnte es an anderer Stelle zur zusätzlichen Verzögerung von Verfahren kommen. „Bei Erzeugungsvorhaben in Beschleunigungsgebieten könnten Grobprüfungsverfahren vereinzelt langwierig und aufwändig werden. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass ein Projekt trotz des zusätzlichen Zwischenverfahrens einem UVP-Genehmigungsverfahren unterzogen werden muss. Daraus ergeben sich erhebliche Mehrkosten und eine Verlängerung des gesamten Genehmigungsprozesses“, so der Experte.
Außerdem verortet Jirak ungenutztes Beschleunigungspotenzial durch maßgeschneiderte und standardisierte Genehmigungsvoraussetzungen: „Sinnvoll wären auf die jeweiligen Vorhabenstypen zugeschnittene, technologiebezogene Genehmigungsvoraussetzungen wie naturschutzfachliche Erleichterungen und vereinheitlichte Grenz- und Zielwerte, zum Beispiel für Schall oder Schattenwurf bei Windenergieanlagen". Die IG Windkraft sieht außerdem Nachbesserungsbedarf bei Projekten, die bereits in Genehmigungsverfahren stecken. Sie gingen bei den geplanten Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung bisher leer aus. Andere Projekte seien sogar vom EABG ausgenommen und würden einen eigenen Beschleunigungsmechanismus benötigen.
„Jede Kilowattstunde an heimischem Windstrom hilft Österreich, Gas zu ersetzen und sich gegen Preisspiralen und Abhängigkeiten zu wappnen. Ohne Beschleunigungsgebiete bringt das EABG fast keine Verbesserungen. Es muss entweder ambitionierter und langfristiger werden oder eine massive und echte Verfahrensbeschleunigung bringen. Konkrete Vorschläge dafür gibt es, die sollten nun rasch umgesetzt werden. Wir stehen für die Konkretisierung bereit“, betont Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft.
EABG bleibt mehr krisensichere Energie schuldig
Aus Sicht der Photovoltaikbranche ist die Beschleunigungswirkung des EABG mehr als fragwürdig. Die vorgesehenen Ausbauziele für Sonnenstrom bleiben trotz eindeutiger wissenschaftlicher Grundlagen zum steigenden Stromverbrauch deutlich zu niedrig. Bereits heute haben knapp die Hälfte der Bundesländer ihre EABG-Zielvorgabe erreicht. Für den ebenso dringend erforderlichen Speicherausbau fehlen nach wie vor konkrete Ziele samt koordiniertem Ausbauplan.
„Wir haben wiederholt konstruktive Vorschläge eingebracht – viele davon wurden ignoriert. Gerade jetzt, wo sich alle Regierungsmitglieder zum raschen Ausstieg aus Gas und zum massiven Ausbau der Erneuerbaren bekennen, wären ambitionierte Mindestziele und wirksame Umsetzungsmaßnahmen das Gebot der Stunde“, schließt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria. Ohne flankierende Gesetze und Reformen bringt dieses EABG derzeit keine zusätzliche Energiesicherheit für Österreich.
EABG in aktueller Form kein Beschleunigungsgesetz: Öl- und Gasabhängigkeit braucht echte Gegenmaßnahmen
Das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), das heute im Wirtschaftsausschuss behandelt wird, bleibt weit hinter seinem Anspruch zurück, kritisiert der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). In der jetzigen Fassung fehlen angemessene Ziele, wirksame Verpflichtungsmechanismen und echte Verfahrensbeschleunigung. Damit bleibt die Regierung weiterhin wichtige Maßnahmen für eine sichere heimische Energieversorgung schuldig.
„Je schneller mehr erneuerbare Energie aus Österreich zur Verfügung steht, umso schneller kann sie Öl und Gas, die Verursacher der aktuellen Krisen, ersetzen. Doch statt für mehr Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau zu sorgen, bleibt das EABG in zentralen Punkten hinter den Anforderungen eines echten Beschleunigungsgesetzes zurück“, erklärt Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des EEÖ.
Status Quo statt Beschleunigung wegen schwacher Vorgaben
Genauer kritisiert der Dachverband, dass die Ausbau-Vorgaben für die Länder zu gering ausfallen. Festgelegte Mindestbeiträge etwa bei Photovoltaik und Wind orientieren sich vielfach am bereits Erreichten oder ohnehin Geplantem. Für bereits in Genehmigungsverfahren befindliche Projekte ist das EABG mangels Verfahrensbeschleunigung unwirksam. „Statt zusätzlichen und schnelleren Ausbau anzureizen, schreibt das EABG so lediglich den Status quo fest“, so Prechtl-Grundnig.
Die drei zentralen Hebel für eine effektive Beschleunigung liegen in ausreichenden Zielen, im Bereich der sogenannten Beschleunigungsgebiete und den daran gekoppelten Verfahrensbedingungen.
Die Bundesländer müssen ausreichend Flächen für den zügigen Ausbau, sogenannte Beschleunigungsgebiete, für alle Technologien zur Verfügung stellen. In seiner jetzigen Form ist das EABG im Wesentlichen ein Gesetz für den Netzausbau, bringt jedoch keine relevante Beschleunigung in Genehmigungsverfahren für Erneuerbaren-Projekte.
Auch die vorgesehenen Sanktionen greifen zu kurz: Sie entfalten keine Wirkung, weil das zugrunde liegende Zielniveau keine zusätzlichen Anstrengungen erfordert, haben einen überschaubaren Umfang und wirken massiv zeitverzögert. So entsteht kein echter Impuls zur Beschleunigung.
Elemente wie das überragende öffentliche Interesse, ein One-Stop-Shop, Fristenregelungen sowie Digitalisierungsschritte sind grundsätzlich positiv zu bewerten. Sie setzen unionsrechtlichen Vorgaben um und können den Ausbau unterstützen. „Als Gegenmaßnahmen zur nächsten Gaskrise sind die vorgesehen Verbesserungen jedoch zu wenig“, erklärt die Geschäftsführerin des EEÖ.
Voraussetzungen für Beschleunigungseffekt
Aus Sicht des EEÖ sollte das EABG fünf zentrale Voraussetzungen für einen echten Beschleunigungseffekt erfüllen und dementsprechend angepasst werden:
1. Langfristige Ausrichtung bis 2040. Ein Beschleunigungsgesetz entfaltet langfristig seine Wirkung. Für aktuell in Verfahren befindliche Projekte wirkt es noch nicht. Eine Perspektive bis 2040 ist demnach zielführend.
2. Verbindliche und bedarfsgerechte Beiträge der Bundesländer zum Erneuerbaren-Ausbau: Die Beiträge der Bundesländer sind die Benchmark für die Bereitstellung von Flächen und die Ausweisung von Beschleunigungsgebiete als wichtigste Hebel zur Beschleunigung.
3. Zielführende Beschleunigungsgebiete als Herzstück des EABG: Konsequente und umfassende Ausweisung von Beschleunigungsgebieten sind die zentrale Voraussetzung für materielle Beschleunigung.
4. Aktive Wahrnehmung bundesweiter Zuständigkeiten. Der Bund sollte dort, wo er unmittelbar zuständig ist, auch aktiv handeln – etwa bei der Nutzung bestehender Querbauwerke für die Wasserkraft.
5. Frühzeitige Steuerungs- und Eingriffsmechanismen, um Zielverfehlungen von Beginn an zu verhindern.
EABG: Wichtige Fortschritte, bleibt aber hinter dem Handlungsbedarf zurück
Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) erkennt im Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) wichtige Verbesserungen zum Status Quo bei der Vereinfachung, der Strukturierung und Effizienz von Genehmigungsverfahren. Gleichzeitig bleiben zentrale Kritikpunkte aus der Begutachtung unverändert aufrecht. Vor allem die Ausbauziele für die Bundesländer sind weiterhin zu niedrig angesetzt. In Anbetracht der sich zuspitzenden Öl- und Gaskrise sei deutlich mehr Engagement notwendig.
Offener Brief an den Nationalen Sicherheitsrat
„Machen wir Österreich gemeinsam stark!“
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
sehr geehrter Herr Vizekanzler,
sehr geehrte Frau Außenministerin,
sehr geehrter Herr Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz,
sehr geehrte Damen und Herren Landeshauptleute,
Österreich steuert innerhalb von nur vier Jahren auf die nächste schwere Energiekrise zu. Schuld ist wieder die Abhängigkeit unseres Landes von Öl und Gas.
Die Eskalation im Nahen Osten gefährdet zentrale Energiehandelsrouten und hat die Weltmarktpreise für Öl und Gas unmittelbar steigen lassen. Die daraus resultierenden Krisenpreise werden auch Österreich treffen und gefährden Wohlstand, Arbeitsplätze und Sicherheit.
Preiskrisen sind kein Ausnahmefall, sondern ein strukturelles, dauerhaftes Risiko eines fossilen Energiesystems. Solange Kohle, Öl und Erdgas unsere Energieversorgung dominieren, bleibt unser Land anfällig für geopolitische Schocks. Österreichs Energieversorgung und die heimische Bevölkerung dürfen nicht länger von Krisenregionen abhängig sein.
Die Bundesregierung und die Bundesländer haben es in der Hand, Österreichs Regionen – vom Bodensee bis zum Neusiedler See – aus dieser Abhängigkeit zu befreien. Sie, hochgeschätzte Regierung und hochgeschätzte Landeshauptleute, können die Taktgeber eines gemeinsamen Befreiungsschlags sein.
Machen wir Österreich gemeinsam stark!
Der zügige Ausbau erneuerbarer Energien macht unser Land unabhängig und ist konsequente Sicherheits- und Wirtschaftspolitik.
Erneuerbaren-Ausbau auf der Bremse: EEÖ sieht Anspruchsdenken und Realität weit auseinanderklaffen
(Wien, 26.02.2026) Drei Jahre nach Inkrafttreten der europäischen Erneuerbaren-Richtlinie RED III kommt Österreich nicht in die Umsetzung einer echten Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien. Beim Hintergrundgespräch am 26. Februar 2026 fordern die Erneuerbaren-Verbände gemeinsam: Aufbruchsdenken, Leadership und ein echtes „Lösen der Bremsen“ von Bund und Ländern ein.
EEÖ begrüßt klare Mittelzuweisung für Heizungstausch – fordert aber langfristige Planungssicherheit und Kontinuität
Die heute von Klimaminister Norbert Totschnig angekündigte Entscheidung, die in der Sanierungsoffensive noch für 2026 verfügbaren Mittel gezielt dem Heizungstausch zuzuweisen, ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Damit reagiert der Minister auf ein zentrales Problem der bisherigen Förderlogik: der gemeinsamen Fördertopf für Sanierungen und Heizungstausch, der nach dem Prinzip „First Come, First Served“ vergeben wurde, hat zu wachsender Unsicherheit bei den Kund:innen geführt.
Industriestrategie 2035: Erneuerbare Energie als tragende Säule
Heute Vormittag hat die Bundesregierung im Rahmen einer Pressekonferenz die neue „Industriestrategie Österreich 2035“ vorgestellt. Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) begrüßt grundsätzlich das Ziel, den Industriestandort Österreich abzusichern und weiterzuentwickeln. Ob die Strategie jedoch zum Erfolg wird, entscheidet sich an klaren energiepolitischen Prioritäten und ihrer konsequenten Umsetzung.
Energiepolitik ohne Dialog: EEÖ kritisiert Begutachtungsprozess zu Marktprämien- und Investitionszuschussverordnungen
Anlässlich des Endes der Begutachtung zur Novellierung der EAG-Marktprämienverordnung 2026 sowie zur EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom 2026 zieht der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) eine ernüchternde Bilanz: Die Vorgangsweise der Bundesregierung setzt einen Stil fort, bei dem zentrale energiepolitische Weichenstellungen ohne ernsthaften Dialog mit der Branche und ohne inhaltliche Substanz erfolgen.
Begutachtung zentraler Förderverordnungen einen Tag vor Weihnachten lassen Aktualität und Dialog missen
Kompromiss ebnet Weg für modernes Strom-Betriebssystem
Studie zu ElWG: „Österreich-Aufschlag“ durch Erzeugungsentgelte steigert Import-Abhängigkeit und benachteiligt heimische, regionale Erzeugung
Eine von Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ), dem Dachverband der Erneuerbaren-Verbände, in Auftrag gegebene Studie der Energieberatung „Enervis“ sieht durch zusätzliche Netznutzungsentgelte des sogenannten „Günstiger-Strom-Gesetzes“ eine deutliche Erhöhung der Stromimporte und Verstärkung des Kaufkraftabflusses ins Ausland. Heimische Erzeugung werde schlechter gestellt – der Import von Strom aus Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerken steigt.
Erneuerbare-Branche korrigiert Aussagen von Staatssekretärin Michaela Schmidt: „Fakten statt Verzerrung – das Stromsystem braucht Klarheit, nicht Schuldzuweisungen“
Hier zum FAKTENCHECK
Nach dem gestrigen ZIB2-Interview von Staatssekretärin Michaela Schmidt sieht sich die Erneuerbaren-Branche erneut veranlasst, falsche Darstellungen richtigzustellen. Mehrere Aussagen zu Inflation, Netzkosten und Strompreisbildern entsprechen nicht der Realität.
Erneuerbare-Branche kritisiert Hattmannsdorfer scharf: „Fakten statt populistischen Mythen – Energiepolitik braucht Ehrlichkeit“
Hier zum FAKTENCHECK
Die Aussagen von Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer im gestrigen Zeit im Bild 2-Interview haben in der Erneuerbaren-Branche für breite Verwunderung gesorgt. Zahlreiche Behauptungen des Ministers entsprechen weder der Realität am Energiemarkt noch den technischen und regulatorischen Grundlagen des Stromsystems. Die Branche nimmt daher einen umfassenden Faktencheck vor – und stellt klar: Populistische Kurzschlussargumente ersetzen keine sachliche Energiepolitik.
Tausende Privatpersonen und hunderte Unternehmen laufen seit Jahren für eine sichere und heimische Stromerzeugung. Die Erneuerbaren mahnen zu Respekt und Ernsthaftigkeit abseits von PR-Lärm. Es werden hier altmodische, fossile Erzählungen aus der Vergangenheit – auch durch Interessenvertretungen – bedient, die längst überholt sind und der Versorgungssicherheit schaden.
Strompreise lassen sich nicht politisch herbeireden
Marktpreise folgen wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten – nicht politischen Parolen. Echte Entlastung entsteht nur durch geringere Abgaben, stabile Rahmenbedingungen sowie den Ausbau heimischer erneuerbarer Produktion und nicht durch kontinuierliche, neue erratische Belastungen und politisches Risiko für die Investitionen. Dauerhaft niedrigere Preise gibt es durch mehr Angebot, effiziente Netze und weniger Importabhängigkeit – nicht durch PR-Ansagen oder nationale Aufschläge.
Netzkosten steigen, weil jahrelang zu wenig investiert wurde – nicht wegen Erneuerbarer
Von „explodierenden Netzkosten“ zu sprechen ist sachlich falsch. Der notwendige Ausbau ist das Ergebnis jahrzehntelanger Investitionspausen. Die Netzinfrastruktur von heute basiert auf wichtigen Investitionen unserer Eltern und Großeltern im Wissen um den Wert für die Zukunft. Dieses Erbe zu bremsen wäre ein energiepolitischer Fehler: Weder Netz- noch Erneuerbaren-Ausbau dürfen „abgedreht“ werden. Netzkosten sind streng reguliert, müssen genehmigt werden und sind in manchen Netzgebieten sogar gesunken. Alarmismus hilft niemandem – effiziente Netzplanung und moderne Finanzierung sehr wohl.
Erzeuger zahlen bereits jetzt substanzielle Netzkosten
Die Behauptung, Erzeuger würden das Netz gratis nutzen, ist grober Unfug. Anschlusskosten, Infrastrukturbeiträge, Verlustenergie und laufende Entgelte – all das leisten Anlagenbetreiber heute bereits in hohem Umfang. Zudem senkt mehr erneuerbare Erzeugung die Großhandelspreise, wovon Haushalte und Unternehmen profitieren.
Abregelungen sind ein Netzproblem – kein Erzeugerproblem
Wenn Wasserkraftwerke temporär abgeregelt werden, zeigt das nur eines: Der Netzausbau hinkt hinterher. Überproduktion ist ein normales Marktsignal und fördert Investitionen in Speicher und Flexibilitäten. Ursache und Wirkung zu verwechseln, lenkt von den wirklichen Versäumnissen ab. Flexibilisierung und Speicher brauchen mehr Tempo und keine Ideologie.
Physik wird nicht ignoriert – Verfahren sind streng und technisch präzise
Jede erneuerbare Anlage durchläuft detaillierte technische Prüfungen. Niemand baut gegen physikalische Gesetzmäßigkeiten. Das Problem ist nicht eine missachtete Physik, sondern ein zu langsames und zu mühsames Genehmigungssystem – sowie eine Netzinfrastruktur, die der Energiewende hinterherläuft. Österreichs Genehmigungsaufwand und -kosten sind europaweit einzigartig – und ein zentraler Kostentreiber. Dennoch liegen dafür bis heute keine wirksamen Entlastungsmaßnahmen auf dem Tisch.
Blackoutprävention ist europäisch geregelt – nicht politisch erfunden
Netzsicherheit basiert auf europäischen Standards, täglicher internationaler Koordination und modernster Regeltechnik. Kein nationales Gesetz verhindert Blackouts – aber moderne Netze, Speicher und professionelle Netzführung. Die österreichische Netzstabilität ist auf Rekordniveau. Dafür gibt es in Österreich professionelle Akteure, die sich eng mit Erzeugern abstimmen. Hier dürfen keine Ängste geschürt werden.
Fazit: Weniger Schlagzeilen, mehr Substanz
Wer die Energiewende ernst meint, setzt auf Stabilität statt Symbolpolitik. Die Branche fordert daher:
verlässliche Regeln und Planbarkeit für Investitionen
schnelleren Netzausbau
forcierte Speicher- und Flexibilitätslösungen
Stärkung heimischer, erneuerbarer Erzeugung
Entlastung bei Steuern und Abgaben
Mehr Sachlichkeit und Austausch, statt ideologischer Grabenkämpfe
Nur so wird Energie in Österreich langfristig günstiger, sicherer und unabhängiger – durch faktenbasierte Politik, nicht durch populistische Mythen.
Hier zum FAKTENCHECK
PR-Parole „Billigstrom“ als Schönfärberei für schädlichen Österreich-Aufschlag
Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) reagiert mit scharfer Kritik auf die jüngste öffentliche Kommunikation rund um das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG). Die Vermarktung des Gesetzes als „Billigstromgesetz“ ist aus Sicht des EEÖ bewusst irreführend und lenkt von wesentlichen Defiziten ab. Es brauche viel mehr Substanz statt PR. Nach aktuellem Stand wirke das Gesetz als Energiewendebremse und Preisaufschlagsgesetz.
Warten ins Leere: ElWG-Sackgasse für leistbare, heimische und sichere Energie
Österreichs Erneuerbaren-Branche möchte beim Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) nicht die Zuversicht verlieren, allein es fehlt zunehmend der Glaube. Noch immer hat Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer keinen neuen Gesetzesvorschlag auf den Weg Richtung Parlament gebracht – obwohl das Gesetz für die Strombranche, die Energiewende und die heimische Versorgungssicherheit dringend notwendig ist.
Erneuerbare präsentieren 10-Punkte-Fahrplan zur Senkung der Netzkosten
EEÖ stellt Erneuerbaren-Zahlen aus EAG-Bericht klar
„Sanierungsoffensive neu“ wichtiger erster Schritt
Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) begrüßt die lang erwartete und heute von Bundesminister Norbert Totschnig im Rahmen der „Sanierungsoffensive“ vorgestellte Neuauflage der Förderungen für den Heizkesseltausch. Damit wird nach monatelangem Stillstand beim Heizungstausch wieder eine neue Dynamik in Gang gesetzt, so die Hoffnung der Heizungsbranche.
EABG-Entwurf mit Licht und Schatten
Der heute von den Regierungsparteien präsentierte Entwurf für das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) wurde lange erwartet. Dieses Gesetz sollte Österreich beim Ausbau erneuerbarer Energien entscheidend voranbringen. Doch der Entwurf bleibt bei den Beitragswerten für die Bundesländer unverbindlich und damit hinter den Erwartungen zurück.












