Nachschau
Fachdialog RED III-Umsetzung

25. Juni 2025 | Johannes Kepler Universität Linz

 

„Von der EU-Richtlinie zum Beschleunigungsmotor der Energietransformation“ – unter diesem Titel versammelte der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) in einem hochkarätig besetzten Fachdialog einschlägige Jurist:innen, Behördenvertreter:innen, Projektentwickler:innen und andere Stakeholder. Leitfrage des Fachdialogs: Wie kann die Umsetzung der EU-Richtlinie RED III zum beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich gelingen?

Mit einem augenzwinkernden Bild brachte gleich zu Beginn Dekan Prof. Dr. Wilhelm Bergthaler die aktuelle Lage in Österreich auf den Punkt: In der Geschichte vom Hasen und dem Igel ist es stets der Igel, der schneller am Ziel ist – nicht wegen seiner Schnelligkeit, sondern durch Teamwork und strategische Vorbereitung. Österreich müsse nun entscheiden, welche Rolle es in dieser Geschichte einnehmen will.

Die RED III ist ein deutliches Signal : Verbindliche Ausbauziele, überragendes öffentliches Interesse, klar definierte Verfahren, Beschleunigungsgebiete, Maximaldauern für Verfahren und One-Stop-Shops zur Verfahrensbündelung sollen für die Energiewende Tempo bringen.

Österreichs Nachbar Deutschland ist hier schon wesentlich weiter, insbesondere bei der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten, dem Kernstück der RED III. Zwar haben einzelne Bundesländer in Österreich bereits erste Maßnahmen gesetzt, doch erfüllen diese noch nicht die Zielvorgaben und zeigen bisher auch wenig Ambition. Insgesamt fehlt es an einem koordinierten gesamtstaatlichen zielgerichteten Vorgehen.

Ein zentrales Thema der juristischen Diskussion im Rahmen des Fachdialogs war die Frage nach Rechtssicherheit, insbesondere auch im Zusammenhang mit Beschleunigungsgebieten als mögliche Gamechanger. Diese könne nur durch die umfassende und mutige Nutzung aller legistischen Möglichkeiten, die die RED III bietet, sichergestellt werden.

Einig war man sich beim Fachdialog auch in einem weiteren Punkt: Die Bundesländer tragen zentrale Verantwortung. „Die Energiewende ist nur zu schaffen, wenn jedes Bundesland verbindlich zu konkreten Ausbauzielen beiträgt – in Zahlen gegossen und rechtlich fixiert. Nur dann kann der Turbo gezündet werden. All die anderen schönen Elemente zur Beschleunigung werden zahnlos, wenn das nicht sichergestellt wird“, fasst es Prechtl-Grundnig zusammen. Das würde auch den politischen Willen auf allen Ebenen manifestieren, auf dessen Bedeutung im Rahmen der Veranstaltung auch immer wieder hingewiesen wurde.

Wesentliches Instrument für die RED III-Umsetzung: Das angekündigten Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), zu dem der aktuelle Stand der Arbeiten beim Fachdialog präsentiert wurde. Es könnte – so die Hoffnung der Branche – zum neuen Standard für zukunftsorientierte Energiepolitik, moderne Verwaltung und effiziente Verfahren werden. Im schlimmsten Falle wird es jedoch zu einem föderalen Verhinderungsinstrument, das den Weg zu einem günstigen Erneuerbaren Energiesystem mit zusätzlichen Stolpersteinen belegt.

Der EEÖ dankt allen Mitwirkenden für Ihre fundierte Expertise und den intensiven Austausch. Wichtig sei es jetzt laut Martina Prechtl-Grundnig, dass die Umsetzung der RED III im Rahmen des EABG nicht bloß ein gut gemeinter Verwaltungsakt bleibe, sondern sich zu einem echten Transformationsinstrument entwickelt: einem Instrument der Entbürokratisierung und Deregulierung auf dem Weg zu günstigem und nachhaltigem Strom in Österreich für Alle.

Fotocredit: EEÖ
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Aufzeichnung des Webstreams

25. Juni 2025 | JKU Linz
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Download der Präsentationen

Moderation: Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Bergthaler | JKU Linz
Dr. Ursula Nährer | IG Windkraft


Analyse “Umsetzungsradar RED III”

Analyse zum Stand der Umsetzung der EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien in Österreich auf Bundes- sowie auf Landesebene.

Hier downloaden:
Stangl, Florian (Niederhuber & Partner Rechtsanwälte): Umsetzung der Verfahrensbestimmungen der Erneuerbare-Energien-RL in Österreich – zusammenfassende Bewertung, Stand 30.April 2025.