Ein erneuerbares Energiesystem ist hinsichtlich Systemkosten, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit einem auf fossilen Energien basierenden System klar überlegen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie von Wind Europe und Hitachi.
Die Studie modelliert verschiedene Szenarien mit Annahmen bezüglich zukünftiger Investitionen in das europäische Energiesystem. Im Szenario „Renewables+“ wird ein rascher Ausbau von Erneuerbaren angenommen. Dieser würde die THG-Emissionen bis 2030 um 55% und bis 2040 um 90% (im Vergleich zu 1990) senken, bis 2050 würde das Ziel der „Netto-Null“ Emissionen erreicht werden. Diese Ziele werden umgesetzt durch den massiven Ausbau von Solar- und Windkraft inklusive einer zusätzlichen Kapazität von 350 GW an Offshore-Windleistung. Unterstützt wird die Dekarbonisierung durch Förderinstrumente, welche unter anderem durch eine effektive CO2-Bepreisung finanziert werden.
Im Szenario „Slow Transition“ kommt die fossile Erzeugung weiterhin breit zum Einsatz, der Ausbau von Erneuerbaren schreitet nur langsam voran. Die THG-Emissionen sinken bis 2040 um nur 77%. Weitere Szenarien modellieren Energiesysteme, die verstärkt auf Atomkraft, Wasserstoff oder fossile Energien mit CCS setzen, mit jeweils optimistischen Annahmen bezüglich technologischen Fortschritts und Verbesserungen in punkto Kosteneffizienz.
Die Resultate zeigen klar, dass die Systemkosten (Betriebs- und Investitionskosten) im „Renewables+“ Szenario am niedrigsten ausfallen!
Im „Slow Transition“ Szenario fallen bis 2050 im Vergleich um 1.637 Mrd. € oder um etwa 16% höhere Kosten an, und auch die anderen Szenarien fallen um 5 – 8,6% teurer aus als das Szenario „Renweables+“. Zwar müssen für ein erneuerbares Energiesystem höhere Investitionen in neue Kapazitäten, den Netzausbau und die Elektrifizierung getätigt werden, doch rentieren sich diese langfristig deutlich. Zusätzlich verringert sich die Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe auf 22% des Primärenergiebedarfs (2050) (1), während sie im Szenario „Slow Transition“ nur auf 54% (2050) zurückgeht.
Bei der Umsetzung der Energiewende zeigt sich deutlich: Je früher die Investitionen in ein erneuerbares Energiesystem getätigt werden, desto schneller zeigt sich eine positive wirtschaftliche Wirkung.
Quelle: WindEurope 2025: Delivering a cost effective energy system for Europe
(1) Trotz der Annahme von „Netto-Null“ Emissionen 2050 ergibt sich eine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus der Anwendung in klimaneutralen Prozessen, wie „Carbon Capture and Storage“ (CCS)

