Sowohl ökonomisch als auch hinsichtlich Klimaschutz ist Kesseltausch die erste Wahl

Eine Studie der Wirtschaftskammer Steiermark (in Kooperation mit der Beratergruppe orangecosmos) vergleicht den CO2-Fußabdruck von Heizsystemen. Klar zeigt sich: Der Einsatz von Pelletheizungen und Wärmepumpen reduziert die Treibhausgasemissionen (THG) im Gebäudesektor deutlich.

Über die Lebenszeit von 20 Jahren gerechnet führt die Neuinstallation einer Pelletsheizung für ein Einfamilienhaus zu rund 91% weniger CO2-Emissionen als der Weiterbetrieb einer Öl-Heizung. Bei Luft-Wärmepumpen mit Flächenheizung (bzw. Radiatoren) beträgt die Einsparung 84% (bzw. 78%).* Die Versorgung mit Fernwärme reduziert den THG-Ausstoß im Schnitt um 57%, die THG-Bilanz weicht aber natürlich je nach Standort und Energieträger ab: in Graz spart Fernwärme beispielsweise 77,8% an Emissionen gegenüber einem Ölkessel (216,2 Tonnen CO2-Äquivalent), da sie hohe Anteile an erneuerbaren Energien (Biomasse, Solarthermie, etc.) und (industrieller) Abwärme aufweist.

Laut Studie ist besonders die Nutzungsphase der Heizung bei der THG-Bilanz entscheidend. Herstellung und Entsorgung spielen über die Lebenszeit gerechnet eine überraschend geringe Rolle. So hat der Weiterbetrieb einer Ölheizung über zwei Jahre mit etwa 21,6 Tonnen CO2-Äquivalent bereits einen höheren CO2-Ausstoß als eine Pelletheizung inkl. Produktion über ihre gesamte rechnerische Lebensdauer von 20 Jahren (19,3 Tonnen CO2-Äquivalent).

Mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 hat sich Österreich dazu bekannt, auch den Gebäudesektor zu dekarbonisieren, welcher derzeit jährlich etwa 6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (2024) ausstößt. Dies erfordert den konsequenten Austausch fossil betriebener Heizkessel durch hocheffiziente, erneuerbare Alternativen. Der Ersatz von 5.000 Ölkesseln entspricht bereits etwa 4% des jährlichen Reduktionsbedarfs.

Der Heizungstausch bietet neben dem unmittelbaren positiven Klimaeffekt weitere Vorteile. Die Betriebskosten sinken und Haushalte werden unabhängig von stark schwankenden Preisen für Erdgas und Erdöl. Statt Kaufkraft für teure Energieimporte zu verschwenden, bleibe die Wertschöpfung laut den Studienautoren in der Region und sichere Arbeitsplätze vor Ort. Eine erneuerbare Heizung hilft dem Klima, erhöht die Versorgungssicherheit und stärkt die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Der Umstieg lohnt sich also vielfach.

*Die CO2-Einsparung bei Wärmepumpen ist abhängig vom jeweiligen Strommix. Je mehr klimafreundlicher Strom aus erneuerbarer Energie, umso besser die CO2-Bilanz.

Quelle:WKO Steiermark 2025: THG Fußabdruck Pilot-Studie Vergleich Heizsysteme