Laut dem aktuellen Global Energy Review der Internationalen Energie Agentur (IEA) hat der Ausbau von Erneuerbaren 2025 mit 800 GW an neu installierten Kapazitäten einen Rekordwert im Bereich elektrischer Energie erreicht. Der damit zusätzlich erzeugte erneuerbare Strom übertraf den Anstieg des weltweiten Strombedarfs. Allein die 600 TWh an zusätzlicher Energie aus Photovoltaik bedienten etwa 70% des Anstiegs der Stromnachfrage und 25% des Nachfrageanstiegs beim Gesamtenergiebedarf. Damit deckte Solarenergie erstmals den größten Anteil des Bedarfswachstums ab, gefolgt von Gas mit 17%. In Europa lieferten Wind und Solarenergie 30% des Stromverbrauchs und erreichten damit erstmals einen höheren Anteil am Strommix als alle fossilen Stromerzeuger zusammen.
Insgesamt wuchs der weltweite Energiebedarf im Jahresvergleich mit 1,3% weniger stark als in den Vorjahren. Als Gründe dafür nennt die IEA niedrigeres Wirtschaftswachstum, vor allem in energieintensiven Branchen, sowie eine Beschleunigung bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen.
Außerdem bestätigt sich 2025 der Trend zur Elektrifizierung mit einem Bedarfswachstum an elektrischer Energie von 3%. Angetrieben wird die steigende Nachfrage nach Strom durch Endverbraucher in Haushalten und Industrie sowie durch das Wachstum von Elektromobilität und Rechenzentren. In den USA waren Rechenzentren beispielsweise für etwa die Hälfte des zusätzlichen Strombedarfs verantwortlich. Dem Trend zu erneuerbarem Strom folgt auch der beschleunigte Ausbau von Batteriespeichern: 2025 wurden mit 110 GW im Vergleich zum Vorjahr 40% mehr an Kapazitäten hinzugefügt.
Zwar stieg die Nachfrage nach fossilen Energien ebenfalls, allerdings weniger als in den Vorjahren. Der Bedarf an Kohle und Öl wuchs beispielsweise nur um 0,4% bzw. 0,7%. Der Kohleverbrauch schrumpfte in China, Indien und der EU, in den USA nahm er zu, insbesondere getrieben durch hohe Gaspreise. Das Wachstum beim Verbrauch von Erdgas ging ebenfalls von 2,8% (2024) auf 1% (2025) zurück. Die energiebezogenen CO2-Emissionen stiegen damit 2025 um 0,4%.
Die Welt der Energiewirtschaft bewegt sich – zwar zu langsam – aber doch in die richtige Richtung. Insbesondere die Kombination der erneuerbaren Erzeugungstechnologien mit den deutlich kostengünstigeren Batteriespeichern schafft eine Fülle neuer Optionen, die volatile Produktion an den Bedarf anzupassen.

