Acht von zehn Finanzvorständen österreichischer Top-Unternehmen berichten, dass sich die hohen Energiekosten spürbar negativ auf die Profitabilität ihres Unternehmens ausgewirkt haben. Dies zeigt eine Befragung der Unternehmensberatung Deloitte unter 100 Finanzvorständen (CFOs) österreichischer Unternehmen. Es zeigt sich, dass die aktuelle geopolitische Unsicherheit deutliche Spuren in Österreichs Wirtschaft hinterlässt.
52 Prozent der CFOs befürchten auch zukünftig Probleme bei der Energieversorgung und damit verbundene Preisschocks, 46 Prozent sorgen sich um eine weitere Eskalation im Nahostkonflikt. Im Detail sehen die befragten CFOs die zentralen Risikofaktoren für ihre Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten bei erneutem Inflationsanstieg (74%), schlechteren Konjunkturaussichten (74%), geopolitischen Risken (73%) und erhöhten Energiepreisen (65%). All jene Faktoren sind direkte oder indirekte Konsequenzen der Importabhängigkeit Österreichs von fossilen Energien. So beschreibt das auch Gerhard Marterbauer, Studienautor und Partner bei Deloitte Österreich: „Die hohe Inflationserwartung im Inland im Vergleich zur Eurozone macht einmal mehr die starke Energieabhängigkeit Österreichs deutlich. Für die heimische Wirtschaft bedeutet das ein anhaltend herausforderndes Umfeld, das langfristig nur durch den Ausbau erneuerbarer Energiequellen gelöst werden kann.“
Eine Mehrheit der CFOs steht außerdem dem wirtschaftlichen Klima mit Pessimismus gegenüber. 62% sehen allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung und 67% eine Verschlechterung im Investitionsklima. Außerdem erwarten die CFOs in den nächsten zwölf Monaten einen Anstieg der Inflationsrate in Österreich auf 3,3%, angetrieben durch Preisschübe bei Treibstoffen und Heizöl. Für die Eurozone wird hingegen eine geringe Inflation von 2,7% prognostiziert. Als Konsequenz aus diesen trüben Projektionen ergibt sich für die Geschäftsstrategie der meisten Unternehmen ein Fokus auf Kostensenkung und Verringerung des Betriebsaufwands. Wachstum und höhere Investitionen haben derzeit hingegen kaum Priorität.
Die Abhängigkeit der österreichischen Energieversorgung von Importen fossiler Energien setzt die heimische Wirtschaft in geopolitischen Krisenzeiten deutlich unter Druck. Der Ausbau erneuerbarer Energien schafft Abhilfe und ersetzt Öl und fossiles Gas, um den Wirtschaftsstandort Österreich sowohl zu stabilisieren als auch für weitere Krisen zu wappnen. Saubere und leistbare Energie aus Österreich macht unabhängig davon, ob eine Meerenge im Nahen Osten aktuell blockiert ist oder nicht.

