Batteriespeicher gewinnen auch abseits von Handys und Elektroautos

Das Wachstum der globalen Speicherkapazität von Lithium-Batterien ist beachtlich: Während im Jahr 2020 global etwa 270 GWh an neuen Kapazitäten installiert wurden, sind es 2025 bereits rund 1.600 GWh. Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung bleibt die E-Mobilität, auf die weiterhin etwa 70 % der weltweiten Nachfrage nach Speicherkapazität in Batterien entfällt.

Neben der E-Mobilität haben sich Batteriespeicher in den letzten Jahren zu einer Schlüsseltechnologie für die Energiewende entwickelt. Mit dem wachsenden Bedarf an Flexibilität, bedingt durch den steigenden Anteil variabler Stromerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft, hat sich die jährlich weltweit neu installierte Kapazität an stationären Batteriespeichern von 10 GWh im Jahr 2020 auf etwa 160 GWh in 2024 vervielfacht. Diese 160 GWh entsprechen in etwa dem Energieinhalt des Stausees Wasserfallboden der Kraftwerksgruppe Kaprun.

Möglich ist dieses Wachstum bei Batteriespeichern vor allem durch stetig fallende Preise und kürzere Vorlaufzeiten für Projekte. Allein 2025 sind die Preise für Batteriespeicher im Vergleich zum Vorjahr um 8 % gesunken, verglichen mit 2020 sogar um rund 66 %. Zudem erschließen sich neue Einsatzgebiete abseits des Stromnetzes: Überall, wo unterbrechungsfreie Stromversorgung (UPS) sehr wichtig ist, beispielsweise in Rechenzentren, gewinnen Batterien zunehmend an Bedeutung, um bei Ausfällen einen lückenlosen Übergang zur Notstromversorgung sicherzustellen.

In Österreich umfasst der Bestand an im Stromnetz gemeldeten elektrischen Energiespeichern im Jahr 2025 insgesamt 79.160 Anlagen mit einer hochgerechneten Gesamtkapazität von bis zu 2,3 GWh. Mit dieser gespeicherten Energie könnte man 380 Railjet-Garnituren mit jeweils 400 Sitzplätzen von Wien nach Innsbruck ziehen. Die überwiegende Mehrheit (83 %) fällt dabei in die Größenklasse von 10 bis 50 kWh, diese kommen beispielsweise ergänzend zu privaten oder gewerblichen PV-Anlagen zum Einsatz. Das volkswirtschaftliche Potenzial eines weiteren Ausbaus ist bedeutend: Laut einer Analyse von PV-Austria könnten allein im Sommerhalbjahr Kosten von 100 bis 150 Millionen Euro eingespart werden, indem elektrische Energie aus Sonnenstunden mit Überschussstrom in die verbrauchsintensiven Abendstunden umgeschichtet wird. Um die Preisspitzen in den teuersten vier Stunden bei aktueller PV-Leistung effizient abzufedern, wären in Österreich bis zu 16 GWh an zusätzlichen Batteriekapazitäten nötig.

Während Lithium-Batterien bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich in mobilen elektronischen Geräten und E-Autos zum Einsatz kamen, sind sie heute unverzichtbare Komponente eines durch saubere und leistbare Energie geprägten Stromsystems. Batteriespeicher werden zunehmend relevant, um günstigen Strom aus erneuerbarer Energie hin zu den Verbrauchsspitzen zu verschieben und damit Preisspitzen zu dämpfen. Für die notwendige Ausbaudynamik sind gezielte Förderungen und regulatorische Maßnahmen notwendig.

Quellen:

IEA 2026: Global battery markets are growing strongly – and so are the supply risks

PV Austria & FINGREEN 2026: Ausbau von Batteriespeichern in Kombination mit Photovoltaik

E-Control 2026: Jahresbericht 2026 Erhebung Netzanschluss