Ein kürzlich von Wissenschaftler:innen des CMIP (Coupled Model Intercomparison Project) veröffentlichtes wissenschaftliches Update zu den wahrscheinlichen Klimaszenarien bis 2100 geht bei einer Entwicklung wie bisher (mittleres Szenario) von einer Erhitzung um 2,5 bis 3°C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau aus. Das Best- und das Worst-Case-Szenario wurden im Vergleich zu einem früheren Stand, welcher auch im 6. IPCC-Sachstandsbericht (2021) beleuchtet wurde, eingeengt: Eine Erhitzung von unter 1,5 °C bis 2100, wie es das Pariser-Klimaziel vorsieht, wird nicht mehr für plausibel gehalten, während nun von einer maximal möglichen Erhitzung um 3,5°C anstatt der ursprünglichen 4,4°C ausgegangen wird.
Letztere Anpassung wird fälschlicherweise von einigen Akteuren als „Entwarnung“ ausgegeben. Das ist allerdings ein fataler Fehlschluss. Auch eine Erhitzung um 3,5°C hätte dramatische Folgen für Menschen und Ökosysteme. Derartige Temperaturanstiege erhöhen das Risiko, irreversible Kipppunkte auszulösen, die die Lebensbedingungen auf der Erde langfristig verschlechtern.
Außerdem liegt einer der zentralen Gründe für die Anpassung des Worst-Case-Szenarios in weltweiten Klimaschutzmaßnahmen, allen voran dem Ausbau erneuerbarer Energien, für welche auch in Zukunft ein starkes Wachstum erwartet wird: Die Energiewende wirkt, geht allerdings noch zu langsam voran. Das ursprüngliche Worst-Case-Szenario ging von einem Anstieg der Nutzung fossiler Energien bis 2100 aus, was angesichts der ökonomischen Überlegenheit von Erneuerbaren mittlerweile unrealistisch erscheint.
Die Anpassung des Worst-Case-Szenario sollte daher als Bestätigung aufgefasst werden, dass Klimaschutz und Energiewende Wirkung zeigen. Dennoch macht das Szenario, auf das wir mit aktuellen Maßnahmen zusteuern, auch klar, dass in Zukunft deutlich mehr unternommen werden muss, um die weltweiten THG-Emissionen zu reduzieren und unsere Lebensgrundlagen auf der Erde langfristig zu sichern.
Quellen:
DPA-Faktencheck 2026: Erderwärmung: Keine Entwarnung vom Klimarat
D. Van Vuuren, et al. 2026: The Scenario Model Intercomparison Project for CMIP7 (ScenarioMIP-CMIP7)

