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    Sonntag
    Nov042018

    Der Weg zu 100% Erneuerbarem Strom bis 2030

    Erneuerbare zeigen Rahmenbedingungen für 100% Ökostrom auf

    Bis Dezember will die Bundesregierung die Eckpunkte für ein „Erneuerbaren Ausbau Gesetz“ geklärt haben. Mit 100% Ökostrom bis 2030 ist das Ziel für Österreich vorgegeben. „Um den österreichischen Strombedarf bis 2030 bilanziell zu 100% aus Erneuerbaren decken zu können, sind -wie alle vorliegenden Studien zeigen - ausreichend Potentiale vorhanden,“ so Peter Püspök, Präsident Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). „Das Jahr 2018 hat die Realität des Klimawandels so deutlich gezeigt wie nie zuvor. Jetzt ist die Zeit zu handeln.  Der Umbau des Energiesystems ist aber nicht nur für den Klimaschutz dringend notwendig, sondern muss als Chance für enorme wirtschaftliche Impulse auf dem Weg zu einer wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft von morgen gesehen werden,“ so Püspök.

    Für den Ausbau ist es nun notwendig das 100% Ziel in konkrete Schritte zu übersetzen. Sowohl die Energiewirtschaft als auch die zuliefernde Wirtschaft und die Menschen als Akteure der Energiewende brauchen Planbarkeit und ein sicheres Investitionsumfeld. Der EEÖ veröffentlicht heute ein erstes Maßnahmenpaket zur Erreichung dieser Ziele (siehe Anhang). Bis 2030 hat Österreich das Potential rund 95 Terawattstunden elektrische Energie aus Erneuerbaren zu erzeugen. Damit können Herausforderungen wie die Sektorenkopplung (Elektromobilität, Wärmepumpen), als auch die Digitalisierung bewältigt werden. Gleichzeitig ist aufgrund massiver Umstellungen im Industriebereich mit einem steigenden Strombedarf zu rechnen.

    Im gemeinsamen Positionspapier der Verbände erneuerbarer Energien zeigt der EEÖ, wie ein System aussehen muss, damit die Erreichung der Ausbauziele gesichert ist. Eine klare Ablehnung kommt dabei zu dem erst jüngst in Frankreich und Deutschland fulminant gescheiterten Ausschreibungssystem. „Wer sich mit den Tücken dieser Systeme auseinandersetzt stellt schnell fest, dass das in einem kleinen Land wie Österreich nicht funktionieren kann. Wer jetzt Experimente wie komplexe Ausschreibungen fordert, läuft Gefahr als Blockierer der Erneuerbaren zu enden. Wir bekennen uns zu einem kostengünstigen Ausbau der Erneuerbaren und sollten uns daher lieber über die effiziente und effektive Zielerreichung Gedanken machen, und nicht über Experimente, die mit großer Wahrscheinlichkeit Schaden anrichten,“ so Püspök abschließend.

    Download FAQ Erneuerbaren Ausbau Gesetz

    Download Factsheet Gestaltung der Ökostromförderung

    Download Position Ökostromförderung

    Mittwoch
    Okt102018

    Erneuerbare als Lösung für die Klimakrise

    Klima-Experten zeigen klare Handlungsvorgabe für Österreich

    Rund 100 Experten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) stellen heute in Incheon (Korea) den lang erwarteten Bericht vor, der aufzeigt, wie die Welt die drohende Klimaerwärmung auf 1,5° Celsius einbremsen kann. Die Experten beschreiben klar, dass wir unser derzeitiges Niveau an CO2-Emissionen deutlich senken müssen. Rund 80% der globalen CO2-Emissionen stammen aus der Energieproduktion und können mit einem Mix aus erneuerbaren Energien und Energieeffizienz beseitigt werden.

    In diesem Sommer hat sich weltweit gezeigt in welche Richtung es mit dem globalen Klima geht. Der Befund der Klimaexperten mit dem 1,5°-Report ist klar: Ein rascher Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas ist dringend notwendig. Die jährlichen Subventionen in klimaschädliche fossile Energien, laut internationalem Währungsfonds 5 Billionen Euro, müssen zurückgefahren werden. Das Ausbautempo erneuerbarer Energien muss dafür dramatisch beschleunigt werden.

    Obwohl der Befund klar ist, gelingt es den milliardenschweren Lobbys weltweit immer wieder, den Umstieg auf saubere Energien zu behindern. Gas- und Öl-Oligarchen und andere Profiteure der fossilen Energien ziehen dabei an einem Strang. „Der heutige Bericht des IPCC ist ein schriller Weckruf. Wer jetzt nicht hinhört und handelt, macht sich schuldig. Das gilt vor allem für die Politik,“ meint Peter Püspök, Präsident des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).

    Dass Erneuerbare Energien nicht nur sauber, sondern jetzt auch schon die wirtschaftlich bessere Form der Energienutzung sind, ist inzwischen weltweit anerkannt. Entscheidend für die Abwendung der Klimakatastrophe ist aber ein hohes Umstiegstempo. „Gerade für Österreich, traditionell ein Land der Hochtechnologie, bietet sich durch den globalen Markt eine große wirtschaftliche Chance,“ so Florian Maringer, Geschäftsführer des EEÖ. Mit dem Regierungsziel, die Stromversorgung Österreichs bis 2030 zu 100% mit erneuerbaren Energien zu sichern, ist ein Wegweiser in die richtige Richtung gesetzt. „Rasche, ernsthafte und mutige Umsetzungsschritte für eine Zukunft mit 100% Erneuerbaren ist die einzige verantwortungsvolle Antwort auf die übereinstimmende Meinung der Klimaforscher,“ so Peter Püspök.

    Donnerstag
    Okt042018

    Ökoenergie schützt vor Kostenschock

    Fossile Kostenexplosion ist ein Grund mehr für Energiewende

    Mit ihrem Energiepreisindex hat die österreichische Energieagentur erneut die exorbitante Kostenbelastung österreichischer Haushalte und Unternehmen durch fossile Energieträger deutlich gemacht. Der Anstieg der Kosten von Heizöl und Treibstoffen um bis zu 24% im Vergleich zum Vorjahr illustriert die Kostenfalle, in die uns die fossilen Energieträger treiben. „Jährlich verliert Österreich über 10 Milliarden Euro durch den Import der Energieträger von gestern: Fossilstrom, Kohle, Öl und Erdgas. Es ist höchste Zeit für den Umstieg auf saubere, heimische Energien,“ so Florian Maringer, Geschäftsführer von Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).

    Der Energiepreisindex blendet noch dazu ein wichtiges Problem vollständig aus: die langfristige Belastung der KonsumentInnen und Unternehmen durch die hohen Kosten fossiler Energieträger beim Heizen und in der Stromversorgung, die diese zwangsweise mit sich bringen. So zeigt eine Studie der TU Wien, dass über die Lebensdauer des Heizsystems hinweg private Haushalte eine jährliche Kostenbelastung von bis zu 6.000 Euro tragen müssen. Durch den Umstieg auf ökologischere Heizsysteme wie etwa Biomasse oder mit Ökostrom betriebene Wärmepumpen können die Kosten um fast die Hälfte gesenkt werden, so die TU Wien. Erst kürzlich hat auch die OMV angekündigt, bis Ende 2019 aus der Förderung von Heizölkesseln, spät aber doch, auszusteigen. Wenn sich Mineralölkonzerne aus diesem Kerngeschäft verabschieden ist das ein überfälliges aber wichtiges Zeichen. Gemeinsam mit der bestehenden Förderung für den Umstieg auf saubere Heizsysteme des Bundes könnte dieses österreichische Vorzeigeunternehmen nun ähnlich dem norwegischen Öl- und Gasriesen Equinor (früher Statoil) den Umstieg auf erneuerbare Energien vorantreiben.

    Auch im Strombereich zeigt sich das Bild, dass die heimische Wirtschaft durch die Produktion von Ökostrom in Österreich statt hoher Importmengen heimische Wertschöpfung schaffen kann. „Mit dem Ziel von 100% erneuerbaren Energien im Strombereich bis 2030 ist damit ein Meilenstein auf dem Weg in die Energiesicherheit Österreichs gelegt,“ so Maringer. „Wenn Kunden Ökostrom aus Österreich beziehen, ist das die beste Absicherung und der wichtigste Beitrag für den Aufbau einer unabhängigen und sauberen Zukunft.“  

    Details zu den genannten Studien finden Sie unter http://www.erneuerbare-energie.at/ee-positionen

    Dienstag
    Sep182018

    Sommerlicher Stromalarm stellt sich als Chuzpe heraus

    Ausbau der erneuerbaren Energien löst Probleme

    In den letzten Tagen hat es öffentlich, auch durch maßgebliche Personen der Energiewirtschaft, Alarmrufe zu einer sommerlichen „Stromversorgungslücke“ in Österreich gegeben. Durch die extreme Trockenheit hat das Rückgrat der österreichischen Stromversorgung, die Wasserkraft, stark gelitten. Zusätzlich war das Windaufkommen unterdurchschnittlich.

    Diese Situation führte zur verstärkten Produktion von Strom aus Gaskraftwerken zu sehr hohen Preisen. Die Schlussfolgerung einiger Vertreter der Energiewirtschaft daraus ist, offenbar durchaus im Eigeninteresse, die Forderung nach Dauersubventionierung von Gaskraftwerken beziehungsweise von Kohle- und Atomkraftwerken auf europäischer Ebene.

    Die einfachste Lösung des Problems des Sommers wird dabei totgeschwiegen: der forcierte Ausbau der Sonnenenergie. Die Lücke dieses Sommers von ca. 4 Gigawatt wäre alleine durch den Ausbau der Photovoltaik auf das Niveau, wie es etwa Bayern heute schon besitzt, problemlos zu schließen gewesen. Noch dazu zu wesentlich geringeren Kosten als durch den teuren Einsatz der fossilen Gaskraftwerke. Vier Gigawatt entspricht rund einem Viertel des österreichischen Ausbaupotentials für Photovoltaik bis 2030.

    „Den Ausbau erneuerbarer Energien zuerst zu behindern und dann die fehlenden Kapazitäten als Argument dazu zu verwenden, um eine weitere Subventionierung der fossilen Kraftwerke zu rechtfertigen, kann man nur als Chuzpe bezeichnen,“ so Peter Püspök, Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).

    Gerade der Sommer 2018 hat gezeigt, dass die Atomenergie und die fossilen Energien in Zeiten von Wassermangel durch das fehlende Kühlwasser europaweit an ihre Grenzen stoßen. Es liegt auf der Hand, dass in einem Hitzesommer mit viel Sonne die Sonnenenergie mit den österreichischen Pumpspeichern eine hervorragende Kombination darstellt.

    Die Argumentation jener, die die Aufrechterhaltung - und absurderweise sogar den Ausbau - fossiler Energien fordern, konzentriert sich daher auf Situationen wie wir sie wenige Stunden im Winter 2017 gehabt haben. Dafür sollte man sich auf die Flexibilisierung des Bedarfs konzentrieren sowie auf neue Speichertechnologien, an denen weltweit intensiv gearbeitet wird. Ein intelligenter Mix aller erneuerbaren Energien mit jeweiligen Stärken, gekoppelt mit einer vernünftigen und kostenoptimierten Steuerung des Strombedarfs, kann die Versorgungsprobleme – auch bei wachsendem Strombedarf in der Zukunft – nachhaltig lösen. „Ein Ausbau erneuerbarer Energien wie von der Bundesregierung für den Strombereich im Regierungsübereinkommen beschlossen und in der Energiestrategie skizziert, ist die Lösung des Problems der Versorgungssicherheit,“ so Peter Püspök.

    Gerade zur Rettung der Gaskraftwerke bis zur vollständigen Versorgung durch erneuerbare Energien würde eine Verrechnung der CO2 Kosten Sinn machen. Ein adäquater CO2 Preis und ein Ende der Dauersubventionierung fossiler Stromerzeugung in Europa, wie von vielen Staaten beim informellen Energieministerrat in Linz gefordert, würde ein temporäres Überleben der österreichischen Gaskraftwerke möglich machen.

    Freitag
    Aug032018

    Eine Billion Watt Wind und Sonnenenergie weltweit erreicht

    Erneuerbare Energien weltweit auf dem Vormarsch

    Die weltweit installierte Leistung an Sonnenenergie und Windenergie hat im ersten Halbjahr 2018 eine Billion Watt überschritten (1.000 Gigawatt). Diese Zahl entspricht dem 250 fachen der in Österreich installierten Leistung von rund 4 Gigawatt Solar- und Windenergie. Die Analysen der Branchenexperten von Bloomberg New Energy Finance zeigen, dass rund 90% dieser Leistung in den letzten zehn Jahren hinzugekommen sind. Weltweit sind Wind- und Sonnenenergie bereits heute günstiger als die Energie aus neuen fossilen und nuklearen Kraftwerken. Bloomberg rechnet daher damit, dass die nächste Billion bereits 2023 erreicht wird. Knapp 40% der Windenergie und rund 60% der Sonnenenergie sind bereits in Asien installiert.

    „In ihrem heute veröffentlichten Bericht zeigt Bloomberg New Energy Finance, dass wir die Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels schon in der Hand haben“, so Florian Maringer, Geschäftsführer des Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Energie aus neu errichteten fossilen und nuklearen Kraftwerken, ist bereits heute teurer als viele erneuerbare Energien. Daher werden auch in Zukunft Erneuerbare den Löwenanteil neu installierter Erzeugungsleistung stemmen. Im Jahr 2017 wurde erneut doppelt so viel in die erneuerbare Stromerzeugung investiert als in die Fossile.

    Aktuell sind 54% der insgesamt 1.013 Gigawatt installierter Leistung aus Wind- und 46% aus Sonnenenergie. Rund 97% der Windenergie kommt dabei aus der Onshore Windenergie. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass Solar und Wind 2023 die nächste Billion Watt erreichen und Sonnenenergie einen größeren Anteil haben wird.

    Europa hinkt in der Entwicklung leider hinterher. Ein Großteil der installierten Leistung ist in Asien installiert und damit auch der Industrievorteil. „Europa benötigt die Energiewende nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes, hier geht es um Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Die Industrie braucht ein klares Signal und europäische Partner um die Energiewende voran zu bringen“, so Maringer. „Deutschland oder Dänemark zeigen vor wie es funktionieren kann. Natürlich bremsen und blockieren immer wieder Vertreter der hochsubventionierten fossilen Wirtschaft.“ Die globale Wende hin zu erneuerbaren Energien ist jedoch eine große Chance für innovative und technologisch fortgeschrittene Länder wie Österreich. Während der österreichischen EU Ratspräsidentschaft besteht die einmalige Möglichkeit diese zu nutzen. Österreich ist nicht nur verantwortlich für ein neues Design der veralteten fossilen Strommärkte. Es sitzt auch am Tisch für ein langfristiges EU Budget, die Klima- und Energiepläne bis 2030 und 2050 und muss ebenso Pläne wie auch ein neues Energiegesetz vorlegen. Letzteres muss gewährleisten, dass das Ziel 100% erneuerbarer Stromerzeugung bis 2030 erreicht wird und Österreich am globalen Trend teilnimmt.

    In Österreich stammten 2017 rund 26% der Stromproduktion aus fossilen Energien, 57% aus Wasserkraft, 9% aus Windkraft, 5% aus Biomasse, 2% aus Photovoltaik und 1% aus Biogas.