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    Freitag
    Aug032018

    Eine Billion Watt Wind und Sonnenenergie weltweit erreicht

    Erneuerbare Energien weltweit auf dem Vormarsch

    Die weltweit installierte Leistung an Sonnenenergie und Windenergie hat im ersten Halbjahr 2018 eine Billion Watt überschritten (1.000 Gigawatt). Diese Zahl entspricht dem 250 fachen der in Österreich installierten Leistung von rund 4 Gigawatt Solar- und Windenergie. Die Analysen der Branchenexperten von Bloomberg New Energy Finance zeigen, dass rund 90% dieser Leistung in den letzten zehn Jahren hinzugekommen sind. Weltweit sind Wind- und Sonnenenergie bereits heute günstiger als die Energie aus neuen fossilen und nuklearen Kraftwerken. Bloomberg rechnet daher damit, dass die nächste Billion bereits 2023 erreicht wird. Knapp 40% der Windenergie und rund 60% der Sonnenenergie sind bereits in Asien installiert.

    „In ihrem heute veröffentlichten Bericht zeigt Bloomberg New Energy Finance, dass wir die Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels schon in der Hand haben“, so Florian Maringer, Geschäftsführer des Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Energie aus neu errichteten fossilen und nuklearen Kraftwerken, ist bereits heute teurer als viele erneuerbare Energien. Daher werden auch in Zukunft Erneuerbare den Löwenanteil neu installierter Erzeugungsleistung stemmen. Im Jahr 2017 wurde erneut doppelt so viel in die erneuerbare Stromerzeugung investiert als in die Fossile.

    Aktuell sind 54% der insgesamt 1.013 Gigawatt installierter Leistung aus Wind- und 46% aus Sonnenenergie. Rund 97% der Windenergie kommt dabei aus der Onshore Windenergie. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass Solar und Wind 2023 die nächste Billion Watt erreichen und Sonnenenergie einen größeren Anteil haben wird.

    Europa hinkt in der Entwicklung leider hinterher. Ein Großteil der installierten Leistung ist in Asien installiert und damit auch der Industrievorteil. „Europa benötigt die Energiewende nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes, hier geht es um Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Die Industrie braucht ein klares Signal und europäische Partner um die Energiewende voran zu bringen“, so Maringer. „Deutschland oder Dänemark zeigen vor wie es funktionieren kann. Natürlich bremsen und blockieren immer wieder Vertreter der hochsubventionierten fossilen Wirtschaft.“ Die globale Wende hin zu erneuerbaren Energien ist jedoch eine große Chance für innovative und technologisch fortgeschrittene Länder wie Österreich. Während der österreichischen EU Ratspräsidentschaft besteht die einmalige Möglichkeit diese zu nutzen. Österreich ist nicht nur verantwortlich für ein neues Design der veralteten fossilen Strommärkte. Es sitzt auch am Tisch für ein langfristiges EU Budget, die Klima- und Energiepläne bis 2030 und 2050 und muss ebenso Pläne wie auch ein neues Energiegesetz vorlegen. Letzteres muss gewährleisten, dass das Ziel 100% erneuerbarer Stromerzeugung bis 2030 erreicht wird und Österreich am globalen Trend teilnimmt.

    In Österreich stammten 2017 rund 26% der Stromproduktion aus fossilen Energien, 57% aus Wasserkraft, 9% aus Windkraft, 5% aus Biomasse, 2% aus Photovoltaik und 1% aus Biogas.

    Dienstag
    Jul242018

    Erneuerbare Energien trauern um Hans Kronberger

    Österreich verliert mit Hans Kronberger einen seiner aktivsten Kämpfer für die Energiewende

    Am 14. Juli ist der Autor, Journalist, ehemalige EU-Abgeordnete und langjährige Präsident des Bundesverbandes Photovoltaic Austria, Dr. Hans Kronberger, im 68. Lebensjahr in Wien überraschend gestorben. Er hinterlässt eine große Lücke unter den Kämpfern für die Unabhängigkeit von fossiler Energie. „Hans Kronberger hat mit seiner Arbeit und seinem Verband erreicht, dass die Energiewende und die großen Möglichkeiten der Sonnenenergie bei vielen Menschen in Österreich angekommen sind.“, so Peter Püspök, Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich.

    Mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem europäischen Solarpreis, war er als Präsident des Verbandes Photovoltaic Austria auch Gründungsmitglied des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich. Mit seinen Büchern zur Energiewende und gegen die Abhängigkeit von fossiler Energie und deren Folgen, analysierte er detailliert und profund die Herausforderungen unserer Zeit. Als unermüdlicher Kämpfer für die notwendige Energiewende wird er in Erinnerung bleiben. „Politisch wie sprachlich versiert, hat Hans, unbeirrt von Widerständen, konsequent, die Notwendigkeit der Energiewende und die großen Chancen der Sonnenenergie wie kein Zweiter vertreten,“ so Püspök. „Sein Verband wuchs unter seiner Führung zu einem selbstständigen und wichtigen Vertreter der modernen und sauberen Energieerzeugung heran. Inspiriert von seiner Arbeit und von seiner Person werden die Erneuerbaren Energien in seinem Sinne weiterarbeiten.“

    Nachruf auf Hans Kronberger: https://www.energiekommunikation.at/hk

    Montag
    Jul162018

    Europäischer Gerichtshof entscheidet für die Förderung für Atomkraft in Europa

    Österreich kann während der Ratspräsidentschaft Gegenmaßnahmen anführen

    Das heutige Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das die Klage Österreichs und Luxemburgs gegen die Subvention des Atomkraftwerks Hinkley Point C abweist, schüttet ein Füllhorn von bis zu 170 Milliarden Euro über 35 Jahre über dem Atomkraftwerk aus. Auf Seiten des französischen Staatskonzerns EdF und des chinesischen Atomunternehmens CGN standen neben Großbritannien auch eine Allianz aus den Visegrad-Staaten, Frankreich und Rumänien. Ein Teil dieser Länder plant bereits Atomkraftwerke mit ähnlichen Förderungen. „Mit der Klage gegen die Endlosförderung einer sinnlosen Technologie hat Österreich einen wichtigen und richtigen Schritt gesetzt. Vierzig Jahre nach Zwentendorf bestehen trotz des Urteils nun während der Ratspräsidentschaft vielversprechende Gelegenheiten, die damalige Entscheidung gegen die Atomenergie weiter zu treiben.“, so Florian Maringer, Geschäftsführer des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich.

    Anders als der EUGH in seiner Begründung anspricht, wird durch den Bau von Hinkley Point C mit äußerst negativen Auswirkungen auf die europäischen erneuerbaren Energien zu rechnen sein. Einige österreichische Nachbarstaaten planen bereits eigene Atomkraftwerke mit derselben Begründung wie Großbritannien zu bauen. Die Errichtung weiterer unflexibler und riskanter Atomkraftwerke wird neben dem bekannten Strahlungsrisiko für Jahrtausende auch die Stromnetze und die Strommarktpreise durch die bereits bestehende fossil-nukleare Überkapazität schwer belasten.

    Im Zuge der Ratspräsidentschaft stehen nun einige Möglichkeiten an, hier Gegenzulenken. „Österreich sitzt am Fahrersitz bei den Verhandlungen zum Design der europäischen Strommärkte. Genau in diesem Bereich sollten nun die notwendigen Veränderungen für Erneuerbare und zu Lasten der Atomenergie gemacht werden. Forderungen nach Flexibilität, Bürgerbeteiligung, Vorrang für Erneuerbare gegenüber fossilen und nuklearen Kraftwerken sind nur einige mögliche Punkte.“, so Maringer. Die gemeinsame Klage, in Österreich gestützt durch das Bundeskanzleramt, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Justizministerium und das Wirtschaftsministerium, kann nun auf den nächsten Ebenen inhaltlich fortgeführt werden.

    Neben diesen Verhandlungen kann Österreich auch die Diskussion zum EURATOM-Vertrag in Fahrt bringen. Mit diesem Konstrukt, in das Österreich wie alle anderen EU-Staaten einzahlt, wird auch die Förderung für Hinkley Point C und andere Atomkraftwerke gerechtfertigt. „Österreich hat sich vor vierzig Jahren gegen Zwentendorf entschieden. Atomkraft kennt aber keine Grenzen, die Regierung sollte die Chance der Ratspräsidentschaft nutzen und den Strommarkt fit für Erneuerbare machen. Gemeinsam mit dem EURATOM-Vertrag können wir diese Relikte in Europa endlich einmotten.“, schließt Maringer.

    Montag
    Jul022018

    Österreich an den Hebeln der Energiewende

    Ratspräsidentschaft im Zeichen globaler Veränderungen

     In Wien überreichten heute beim Vienna Forum on the European Energy Transition europäische Vertreter erneuerbarer Energien dem Generalsekretär des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, Josef Plank, eine gemeinsame Deklaration. Österreich übernahm am 1. Juli die Präsidentschaft des Europäischen Rates von Bulgarien und wird während der nächsten sechs Monate intensiv mit der Neugestaltung der europäischen Klima- und Energiepolitik bis 2030 und darüber hinaus beschäftigt sein.

    In die Periode der Ratspräsidentschaft Österreichs fällt neben der internationalen Klimakonferenz (COP 24), der Erstellung eines mehrjährigen EU-Budgets und der Umsetzung von Klima- und Energieplänen aller Mitgliedsländer auch der Umbau der Strommärkte. Die österreichische Arbeit wird die Grundlage der langfristigen Planung der Europäischen Union bis 2050.

    Bei der Pressekonferenz zum „Vienna Forum on the European Energy Transition“ präsentierte die Generalsekretärin des globalen Netzwerks für erneuerbare Energien (REN21), Rana Adib, in Österreich erstmals den „Renewables 2018 Global Status Report“ zum aktuellen Stand der erneuerbaren Energien weltweit. „Im Jahr 2017 lag der Anteil erneuerbarer Energien weltweit bei insgesamt rund 21%. Bei neu errichteten Kraftwerken hingegen schon bei 70% (Strom) – nicht nur die Zukunft, sondern schon die Gegenwart ist Erneuerbar“, so Rana Adib, und ergänzt: „Auffällig ist aber, dass Europa im Vergleich zu anderen Ländern seit kurzem stark zurückfällt. Darüber hinaus ist es dringend notwendig, Erneuerbare auch im Wärme- und Transportsektor zu entwickeln.“

    Der Vizepräsident des Dachverbandes der europäischen Erzeuger erneuerbarer Energien, Rainer Hinrichs-Rahlwes, führt diese Entwicklung auf politische Unsicherheiten zurück. „Angesichts des globalen Investmentbooms wären die europäischen Staaten gut beraten, sich diesem Trend anzuschließen.  Leider gibt es vielfach aber noch den Hang, alte und abgeschriebene Kohlekraftwerke und Atomenergie zu verteidigen, anstatt sie möglichst schnell abzuschalten und aus dem Markt zu nehmen. Österreich, als Land der erneuerbaren Energien, könnte sich hier glaubwürdig bemühen, die ambitionierten Länder anzutreiben und mehr Ambition und Ehrgeiz einzufordern“, so Hinrichs-Rahlwes. Deutschland hat in seiner Ratspräsidentschaft gezeigt, dass man mit entschiedenem Eintreten für Ziele und Rahmenbedingungen ambitionierte 2020er Ziele durchsetzen konnte. „Die Erwartungen  der europäischen Erneuerbaren Industrie an Österreich sind hoch“, schließt Hinrichs-Rahlwes.

    Der österreichische Energiemix kann bis 2030 auf einen Erneuerbaren-Anteil von 60% gehoben werden.

    Dazu der Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich Peter Püspök: "Die 2017 und 2018 erstellten Studien der Technischen Universität Wien zur "Stromzukunft 2030" und zur "Wärmezukunft 2050" zeigen, dass selbst eine rasche Energiewende für Österreich wirtschaftlich machbar ist. Ein gleichzeitiger zügiger Ausbau der erneuerbaren Energien bringt für alle Länder Europas wirtschaftliche Vorteile. Eine mutige Führungsrolle Österreichs könnte dabei unserem Land in einer entscheidenden Phase hohe Anerkennung bringen."

    Die heimische Energiewende wäre in einem stark vernetzten Europa auf jeden Fall leichter, wenn auch Europa mitzieht. Insbesondere auf dem Strommarkt brauchen wir ein Marktdesign für erneuerbare Energien und endlich ein Ende von Zahlungen an fossile und nukleare Kraftwerke,“ betont Püspök.

    Vienna Declaration fordert Österreich auf, die EU voran zu bringen

    Dass hier das Europa der Erneuerbaren an einem Strang zieht, zeigt sich an der gemeinsamen Übergabe der „Vienna Declaration“, in der im Namen europäischer erneuerbarer Energien-Verbände ein Anforderungskatalog an die österreichische Ratspräsidentschaft formuliert ist. Die Präsidentin des deutschen Bundesverbandes für Erneuerbare Energie (BEE), Simone Peter, dazu: „Mit einer engagierten Erneuerbare-Energien-Politik hat Europa das Potenzial, die Dynamik in diesem Wachstumsmarkt wieder deutlich mehr in Schwung zu bringen. Ambitionierte Erneuerbaren-Ziele sind die Voraussetzung für europäische Standorte, die Zukunftstechnologien, eine nachhaltige Industrie und Innovation voranzubringen“, erklärt Peter. „Wir freuen uns über die Initiative der österreichischen Bundesregierung für einen CO2-Mindestpreis und hoffen, dass diese aktiv vorangetrieben wird. Dafür gibt es bereits auch einige Bekenntnisse von weiteren europäischen Mitgliedsstaaten.“ Auch der BEE plädiert für einen CO2-Preis und sieht in ihm den Schlüssel zu einem neuen Abgabe- und Steuersystem, das den Umbau der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien marktwirtschaftlich organisiert.

    "Angesichts des immer dramatischeren Klimawandels ist der Umbau der Energiewirtschaft Europas und Österreichs eine historische Aufgabe. Es geht um ein lebenswertes Klima und insbesondere um eine europäische Führungsrolle in Zukunftstechnologien," schließt Püspök.

     

    Energieperspektive 2030 (zum Download)

    REN21 Fact Sheet EU (zum Download)

    REN21 Im Stromsektor nimmt die Energiewende Fahrt auf, im Wärme- und Kältesektor sowie im Transportsektor besteht jedoch dringender Handlungsbedarf (zum Download)

    Vienna Declaration Call on European Governments to Deliver the Energy Transition (zum Download)

     

     

    Mittwoch
    Jun202018

    Einladung Vienna Forum on the European Energy Transition

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Mit 1. Juli übernimmt Österreich die EU Ratspräsidentschaft von Bulgarien. Gleichzeitig geht in dieser Periode mit dem "Clean Energy Package" auch die Festlegung der europäischen, und damit der österreichischen, Energie- und Klimapolitik bis 2030 in die Endrunde. Mit der Klimakonferenz in Polen und der Verhandlung des EU Budgets wird Österreich während seiner Ratspräsidentschaft an den wesentlichen Hebeln für eine moderne Europäische Union sitzen.

    Welche Konsequenzen und Möglichkeiten ergeben sich daraus? Kann Österreich tatsächlich Europa ändern – und wenn ja, wie?

    Gemeinsam mit der European Renewable Energies Federation organisiert der Dachverband Erneuerbare Energien Österreich mit Unterstützung des European Forum for Renewable Energy Sources und der Europäischen Kommission ein Symposium, um diese Fragen zu beantworten und zu diskutieren.

    Keynote: Rana Adib (Executive Secretary, REN21) - Renewables Global Status Report (erstmalig in Österreich)

    Diskussionen und Präsentationen von: Josef Plank (Generalsekretär BMNT), Maja Turkovic (Association for Sustainable Development), James Watson (CEO Solarpower Europe) u.v.m.

    Im Zuge der Veranstaltung besteht die Möglichkeit zur Diskussion und zum Networken.

    Wir freuen uns über Ihre Teilnahme. Bitte melden Sie sich unter folgender E-Mail Adresse an: office@erneuerbare-energie.at

    Die Teilnahme ist frei.

     

    Ort: Kuppelsaal, TU Vienna, Karlsplatz 13, 1040 Vienna
    Datum: Montag, 2. July 2018 Zeit: 10:00-15:00

     

     

    Das Programm können Sie hier downloaden.

    Energieperspektive 2030 hier downloaden.