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    « Heizkostenvergleich zeigt Notwendigkeit einer ökologischen Steuerreform | Main | Dachverband Erneuerbare Energie (EEÖ) unterstützt Energiewende-Ambitionen des Bundeskanzlers »
    Dienstag
    Jän172017

    Kanzler-Plan A mit Plan B für Biomasse ergänzen

    Plan A von Bundeskanzler Kern hat neben einigen richtungsweisenden Aussagen, einige unerklärliche energiepolitische Schwachpunkte

    Der Dachverband Erneuerbare Energie (EEÖ) hat sofort nach der Veröffentlichung Unterstützung für die Energiewende-Ambitionen von Bundeskanzler Christian Kern signalisiert. Im dabei präsentierten „Plan A“ wird die Wichtigkeit von Klimaschutz und eines forcierten Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Österreich erstmals klar hervorgehoben. Einerseits um Investitionen von 40 Milliarden EUR im heimischen Energiemarkt bis 2030 anzustoßen, andererseits um 45.000 Arbeitsplätze in diesem Bereich zu schaffen.

    Durch den Ausbau der heimischen Stromerzeugung sollen die Stromimporte ausgeglichen, der Eigendeckungsgrad, der 2015 nur mehr bei 83,6% lag, auf 100% erhöht und die „Stromerzeugung fast zur Gänze aus erneuerbaren Quellen“ erfolgen. „Wir freuen uns, dass die Wichtigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien in Österreich jetzt auch von Seiten der SPÖ dokumentiert ist. Unerklärlicherweise kommt jedoch die größte heimische erneuerbare Energiequelle, Biomasse, im Plan A nicht vor“, wundert sich Peter Molnar, Geschäftsführer von Erneuerbare Energie Österreich.

    Biomasse ist mit rd. 56.000 GWh für Wärme (46.900 GWh), Mobilität (6.500 GWh aus der Beimengung von Biokraftstoffen) und Strom (2.600 GWh aus der Verstromung von Biomasse- und Biogasanlagen) die größte erneuerbare Energiequelle in Österreich, noch weit vor der Wasserkraft (rd 40.000 GWh/a). Strom aus Biomasse ist dabei deswegen wertvoll, weil er vor allem im Winter, wenn Wasserkraftwerke nur 1/3 Ihrer Nennleistung produzieren, flexibel erzeugt werden kann. Biomasse- und Biogasanlagen sind somit eine essentielle Ergänzung zum Stromportfolio in Österreich und stellen gerade in der kalten Jahreszeit die heimische Stromversorgung sicher.

    Gleichzeitig ist der Biomassesektor jener Bereich der erneuerbaren Energien, der die größte Beschäftigungsintensität hat. Rund 20.000 ArbeitnehmerInnen sind schon derzeit im Biomassebereich beschäftigt und der Großteil der Wertschöpfung verbleibt auch in Österreich. Laut einer Studie über die regionale Wertschöpfung von Biomasse ist jeder Euro, der in Biomasse investiert wird, sechsmal wertvoller für die österreichische Volkswirtschaft als die energetische Verwendung der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien Wasser, Wind und Sonne muss deshalb auch die Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse und Biogas eine wichtige Rolle in der österreichischen Energiepolitik spielen. 

    „Der Plan A muss deshalb im Energiebereich mit einem Plan B für Biomasse ergänzt werden, der die Absicherung und den maßvollen Ausbau von Biomasse- und Biogasanlagen in Österreich bis 2030 sicherstellt“, schließt Peter Molnar ab.