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    « Wegweisende Energiegespräche: Strom, Wärme, Verkehr – Gemeinsam oder einsam? | Main | Kinder Energie- und Umweltwoche 2016 »
    Freitag
    Sep232016

    Ökostrombericht E-Control - Kosten ohne Nutzen

    Energiewende in Deutschland und Österreich hat die Strompreise für StromkundInnen gesenkt

    Gestern wurde von den E-Control Vorständen, Wolfgang Urbantschitsch und Andreas Eigenbauer, der Ökostrombericht 2016 öffentlich präsentiert. Rund ein Jahr nach der Klimakonferenz in Paris konnte ein kleiner Fortschritt beim Ökostromanteil, der von 14,5% auf 15,9% angestiegen ist, verlautbart werden. Österreich hat bei der Klimakonferenz in Paris, im Dezember 2015, jedoch versprochen, den „hohen Anteil von Erneuerbaren (inkl Großwasserkraft, Anm) im Stromsektor bis 2030 auf 100% zu erhöhen“. Dieser Anteil stagniert seit 2013 bei rd 74%, da der Ökostromausbau jedes Jahr durch den Anstieg des Inlandsstromverbrauchs egalisiert wird.

    Die Analyse der E-Control bezieht sich jedoch auf einen „Marktpreis" von derzeit unter 3 Cent/kWh, der eigentlich kein Marktpreis ist, „sondern ein Dumpingpreis, der den Todeskampf der europäischen Kohle- und Atomindustrie widerspiegelt“, so Peter Molnar, Geschäftsführer von Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Denn die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der Ausbau der Erneuerbaren hat den Marktpreis von 8,5 Cent/kWh (2008) auf derzeit 2,8 Cent/kWh (2016) sinken lassen. „Da die Differenz zwischen Marktpreis und Einspeisetarifen von den StromkonsumentInnen aufgebracht werden muss steigt zwar der Ökostromanteil, der Energiepreis ist aber im gleichen Ausmaß gesunken, so dass der Strom für HaushaltskundInnen seit 2005 real nicht angestiegen ist. Dass vergisst die E-Control leider bei Ihren Ausführungen zum Ökostrombericht zu erwähnen“, ärgert sich Erwin Mayer.

    Die E-Control Vorstände verschweigen bei der Präsentation des Ökostromberichts auch viele weitere wichtigen Informationen bezüglich Ökostromausbau. Es wäre schön im Bericht zu erfahren, warum der Marktpreis, der Strompreis und die CO2-Emissionen in Österreich sinken. Und warum trotz Ökostromausbau der Anteil Erneuerbarer am Inlandsstromverbrauch stagniert und die Importe aus Deutschland und Tschechien stark angestiegen sind. Das wird aber alles verschwiegen, genauso wie die Tatsache, dass rd 36.000 Arbeitsplätze im Bereich Erneuerbare Energie mit einem Umsatz von 6,7 Mrd EUR in Österreich bestehen.

    Nur die Kosten zu präsentieren ohne gleichzeitig den Nutzen für Österreich darzustellen ist einer Regulierungsbehörde („Anstalt öffentlichen Rechts“) nicht würdig, die eine ausgewogene Berichterstattung an den Tag legen muss“, so Peter Molnar weiter. Im Ökostrombericht 2016 werden nur die Kosten des Ökostromausbaus dargestellt, die auf jeder Stromrechnung klar ausgewiesen werden. Die umweltschädlichen direkten und indirekten Subventionen für atomare und fossile Energien die auch durch die Energiewende gesunkenen Strompreise für Haushalte und Industrie werden aber mit keinem Wort erwähnt! Die Regierung ist deshalb aufgefordert diese tendenzielle Berichterstattung abzuändern. „Es wäre schade, die tollen Erfolge des Ökostromausbaus in Österreich durch eine einseitige Betrachtungsweise ins falsche Licht zu rücken“, meint Peter Molnar abschließend.

     

    Hier finden Sie die aktuellen Grafiken zu Erneuerbaren Energien in Österreich
    (Klimaziele, Ökostromanteil, Stromimporte, Strompreise, Ökostromausbau, Erneuerbare Wärme)