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    Mittwoch
    Apr202016

    Arbeiterkammer und Industrie fordern Klimaschutz zum Nulltarif

    Energiewende hat bisher Strompreise gesenkt

    Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich fordert Arbeiterkammer und Industrie auf, den Subventionshammer hängen zu lassen, und die Gesamtkosten für Strom in Österreich korrekt wieder zu geben. Stromkosten für Haushaltskunden und Industrie sinken seit mehreren Jahren in Österreich kontinuierlich und haben 2016 einen absoluten Tiefstand erreicht. „Durch die Energiewende in Österreich und Deutschland ist die selbsternannte Allianz der Zahler tatsächlich eine Allianz der Strompreisprofiteure“, stellt Erwin Mayer vom EEÖ klar.

    Die Stromkosten für Haushalte haben sich in den letzten Jahren inflationsbereinigt nicht erhöht. Die Industrie hat derzeit überhaupt einen Dreifachnutzen: Die Strompreise sind so niedrig, wie vor 13 Jahren, die Kosten für den Ökostromzuschlag der Industrie sind gedeckelt und die Preise für CO2-Zertifikate sind auch auf einem absoluten Tiefstand. Trotzdem wird der für den Klimaschutz notwendige Ausbau von Ökostrom als Kostentreiber dargestellt.

    In Wahrheit hat der massive Ausbau von Wasser-, Wind-, Biomasse- und Sonnenkraftwerken und die Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem beispiellosen Absinken der Strompreise auf den europäischen Strombörsen geführt. Kostete eine Kilowattstunde Strom Ende 2008 noch 8,5 ct/kWh gibt es sie jetzt um 2,8 ct/kWh.

    „Wie da die Arbeiterkammer und Industrie über den „Preistreiber“ Ökostrom schreiben können, ist schwer nachvollziehbar“, wundert sich Peter Molnar vom EEÖ. Auch die permanente Angstmache, dass der Ökostromausbau in Österreich die Strompreise erhöht, ist eine Chimäre. Der Zuschlag für Ökostrom ist in diesem Zeitraum von 0,8 ct/kWh auf 2,9 ct/kWh gestiegen, während der Börsenpreis gleichzeitig um 5,7 ct/kWh gefallen ist.

    Bundeskanzler Faymann hat im Dezember auf der Klimakonferenz in Paris 100% Ökostrom bis 2030 verlautbart. Seit 1990 schwankt der Anteil von Ökostrom in Österreich zwischen 60 und 70% (siehe Grafik Absolute und relative Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern und Stromverbrauch 1991 bis 2013) und erreichte im Jahr 2014 69,2%. D.h. dass der seit 1990 relativ konstante Anteil von Ökostrom in Österreich innerhalb von 15 Jahren auf 100% gesteigert werden muss!

    Auch Arbeiterkammer und Industrie in Österreich sollten den forcierten Ausbau von Ökostrom unterstützen, weil sowohl Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und Steuereinnahmen entstehen, wenn Österreich beim Klimaschutz endlich ordentlich Ökostrom gibt“ schließt Molnar.

    Weiterführende Links:

    Basisdaten Bioenergie 2015