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    Freitag
    Nov042016

    Before the Flood

    Ein aktueller Film von Leonardo di Caprio und Martin Scorsese zeigt die Dringlichkeit und das Ausmaß der Auswirkungen des Klimawandels. Die reichen Industrienationen haben historisch das meiste CO2 ausgestoßen und Entwicklungsländer wie Bangladesch und Inselstaaten sind am härtesten betroffen. Aber auch Florida und Kalifornien in den USA haben jetzt schon mit enormen wirtschaftlichen Einbußen zu kämpfen. Di Caprio zeigt mit vielen Experten einen Weg auf, wie wir den Klimawandel zumindest abdämpfen und begrenzen können. Maximal 1,5°C Erwärmung – 1°C haben wir schon seit Mitte des vorletzten Jahrhunderts bewirkt – sind laut dem Klimaschutzvertrag von Paris für die menschliche Zivilisation verkraftbar. Selbst konservative Wirtschaftsexperten halten eine CO2-Steuer, global wie auch national, z.B. in den USA, für die beste Möglichkeit, die „silver bullet“ um die Abkehr von fossilen Energieträgern zu beschleunigen. Energieeffizienzmaßnahmen wie besser isolierter Häuser und sparsamere Geräte aber eben auch der Umstieg auf erneuerbare Energien würden sich schneller rechnen und viel rascher als ohne politischen Eingriff durchsetzen. Die Einnahmen sollten zur Reduktion von Steuern auf Arbeit, im Film am Beispiel der USA mit reduzierten „payroll taxes“ erklärt, verwendet werden.

    Technisch, von der Speicherung der Sonnen und Windenergie bis hin zum Transport der Energie und der Anwendung im Verkehr, Raumwärme und Industrie ist die Energiewende kein Problem, zeigen erfolgreiche Manager der Energiewende wie Elon Musk mit Tesla E-Autos und der Gigafactory für neue Batterien. Der Globus braucht nach der Klimakonferenz von Paris den politischen Willen zur Umsetzung der Energiewende und darf sich in den USA wie in Europa und anderen Kontinenten nicht von Klimaskeptikern und der dahinter stehenden fossilen Wirtschaft stoppen lassen. Während in den USA der klassische Klimaskeptizismus mit der Leugnung des menschlich verursachten Klimawandels u.a. in Form von James Inhofe vertreten wird sind es z.B. in Österreich eher Klimaschutzpolitik-Skeptiker wie Stephan Schwarzer von der WKO, die im Ergebnis gleich, wirksamen Klimaschutz, ambitionierte, verbindliche Ziele für ihren Staat und aufkommensneutrale CO2-Steuerreformen sowie die Förderung von erneuerbaren Energien eindämmen oder verhindern wollen. Alte fossile Geschäftsmodelle und fossile Marktanteile werden im Auftrag der Kohle, Öl und Erdgasindustrie gegen ein neues auf Effizienz und 100% erneuerbarer Energie basierendes Wirtschaftsmodell verteidigt. Was den USA Exxon und die Koch Brüder sind entspricht in Österreich der Erdöl- und Erdgasdominierte Vorstand der WKO.

    Es bleibt zu hoffen, dass Filme wie „Before the flood“ dazu beitragen sowohl das naturwissenschaftliche Verständnis über die Ursachen und die Folgen des Klimawandels zu schärfen als auch die Verhinderungs- und Blockadepolitik beim Klimaschutz in den USA, Europa und global zu durchschauen.

    Hier können Sie den Film ansehen