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    Donnerstag
    Okt132016

    EEÖ Presseaussendung: IV weiter ohne plausiblen Weg zur Energiewende

    Forschung am Besten durch attraktive Märkte anregen

    Wien (OTS) - Der EEÖ begrüßt den grundsätzlichen Schwenk der IV den Klimaschutz und die Energiewende nicht als wirtschaftliche Bedrohung sondern als Chance für Wachstum und Beschäftigung zu betrachten. Das heute abgegebene Bekenntnis zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens erfordert jedoch einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien und nicht die von der IV vorgeschlagene ausschließliche Konzentration auf die staatliche Verteilung von Forschungsgeldern. 
    „Die IV kann sich dabei an Staaten wie Schweden, Dänemark und Deutschland orientieren, die es schaffen ihre Wirtschaft im internationalen Wettbewerb mit einer Vorreiterrolle bei der Energiewende zu stärken“ betont Erwin Mayer vom Dachverband EEÖ.

    Wenn die IV „Subventionen“ für erneuerbare Energien ablehnt, dann übersieht sie, dass der derzeitige „Marktpreis“ kein Vollkostenpreis ist und nicht die Schadenskosten der fossilen und atomaren Energien einrechnet. Auf einen derartigen "Dumpingpreis“ zu pochen ist kurzsichtig und unfair. Gerade eine Interessenvertretung der Wirtschaft muss wissen, dass derartige Preisgestaltungen mittel- und langfristig die Versorgung gefährden. 
    Im Kampf gegen Dumpingpreise ist die IV sonst immer Vorreiter, beim Strompreis reklamiert sie praktisch ein Recht auf Dumpingpreise. Sich vom deutschen Stromkonsumenten einen der niedrigsten Industriestrompreise Europas subventionieren zu lassen und dabei gegen einen zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien in Österreich seit Jahren zu opponieren ist keine weitsichtige Energiestrategie und eine moralisch bedenkliche Trittbrettfahrerstrategie.

    Die Forderung nach Forschungsförderung ist eine Ablenkungsstrategie, die der eigenen Klientel neben Niedrigststrompreisen noch staatliche Forschungsgelder in die eigenen Taschen spülen soll. Die marktwirtschaftlichste Motivation für Unternehmen in Forschung zu investieren ist ein florierender Heimmarkt, der punktuell für einzelne Forschungsschwerpunkte durch die bestehenden Forschungsförderinstitutionen ergänzt werden können. Die Industrie in führenden Energiewendeländern wie Deutschland und Schweden zahlt höhere Strompreise und ist dadurch in der Energieeffizienz weiter und insgesamt erfolgreicher.

    Die Forderung der IV nach Umstellung der Förderung auf Investitionsprämien würde große Teile des Ausbaus der Erneuerbaren Energien lahmlegen. Investitionsförderungen sind volkwirtschaftlich potentiell die teuerste Form der Unterstützung der Erneuerbaren, sie bergen vor allem große Risiken und verhindern die Einführung der bei weitem sinnvollsten Steuerungsmaßnahme, nämlich einer aufkommensneutralen CO 2-Abgabe in allen Sektoren.

    Der immer wiederkehrende Verweis auf die Gefährdung von Arbeitsplätzen ist das Zeichen einer bewahrenden und rückwärts orientierten Betrachtungsweise. Bei der Energiewende geht es um die Ablöse gefährdeter Arbeitsplätze in fossilen Geschäftsmodellen durch zukunftsorientierte „green jobs“. Bedauerlicherweise werden die neu entstehenden Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energie und Energieeffizienz durch die Interessenvertretungen traditionellerweise nicht ausreichend vertreten.

    Besonders bedauerlich ist die strikte Ablehnung der IV von quantitativen Zielen für die Energiewende. Dass jedes wirtschaftliche Handeln Planung und Ziele braucht erfährt schon der kleinste Unternehmer, wenn er bei der Bank einen Kredit beantragt.

    „Leider fährt die Industriellenvereinigung auch mit dem heute präsentierten Programm eine “Bremserstrategie”. Eine derartige Position hat z.B. lange Zeit die deutsche Autoindustrie eingenommen, die ihr zum Verhängnis zu werden droht“ so Peter Püspök, Präsident EEÖ abschließend.

    Rückfragen & Kontakt:

    Erneuerbare Energie Österreich 
    Erwin Mayer 
    stv. Geschäftsführer 
    0664 2700441 
    erwin.mayer@erneuerbare-energie.at 
    www.erneuerbare-energie.at